Zukunftsplan Wesselinger Grundschulen

Bewerbung / Impulsgebende Phase Null

Beschreibung

Die Umsetzung des Ganztagsanspruchs ab 2026 stellt die Kommunen deutschlandweit vor große Herausforderungen. Der Zukunftsplan Wesselinger Grundschulen zeigt, wie zupackendes und hierarchiefreies Arbeiten in gelebter Partizipation schnelle und nachhaltige Ergebnisse auf der gesamtstädtischen und auf der Einzelprojektebene schafft. Es sind dabei die Schulstandorte im Rahmen einzelner Phase 0 – Projekte zu zukunftsfähigen Ganztagslernorten entwickelt bzw. Bestandsstandorte weiterentwickelt worden. Es wurde dabei ein großes Augenmerk auf den Erhalt nutzbarer Bestandsstrukturen gelegt. Auf der gesamtstädtischen Ebene fügen sich die 6 + 1 Projekte als bedarfsgerechte Impulse zu einer zukunftsfähigen Grundschulbildungslandschaft.

Ziel

Ziel ist es, die 6 bestehenden Schulstandorte und einen zusätzlichen neuen Schulstandort räumlich und pädagogisch zu qualifizieren. Dabei stellt sich die besondere Herausforderung, dies im Vollbetrieb und mit aufwachsenden Schülerzahlen umsetzen zu müssen. An den einzelnen Standorten wurden dazu Entwicklungsprozesse im Rahmen der Phase 0 und der Prüfung von Umsetzungsvarianten durchgeführt. Diese Erkenntnisse sind anschließend in einen gemeinsamen strategischen Prozess, die "Meta-Phase 0" eingeflossen, den „Zukunftsplan Wesselinger Grundschulen“. So können in den kommenden Jahren u.a. die Ganztagsangebote für alle Wesselinger Grundschulen ausgebaut werden.

Herausforderungen

Die Bildungslandschaft in Deutschland hat lt. KfW Kommunalpanel 2023 einen Investitionsstau von 47,4 Mrd. Euro. Wir müssen in Bildung investieren. Schulen und deren Entwicklung stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen: steigende Schülerzahlen in Ballungsgebieten, inklusive Schule, aktuelle und zukünftigen pädagogischen Entwicklungen – vom Frontalunterricht hin zum selbstorganisierten und projektbezogenen Lernen, der Wunsch und Rechtsanspruch nach Ganztagsbetreuung, dysfunktional gewachsenen Flächenangebote, oft marode Bausubstand und nicht zuletzt die wirtschaftlich angespannte Situation vieler Kommunen. Die kooperative, partizipative und gesamtheitliche Bearbeitung hat zu einem erfolgreichen Gesamtprozess geführt.

Kooperationen

Das Team der Stadt Wesseling bestand übergreifend aus den Projektverantwortlichen und den Leitungen des Amts für Gebäudewirtschaft und dem Schulamt. Auf Seiten der beratenden Experten fand die Bearbeitung durch Pannhausen Lindner Architekten und dem Team aus Bruncken Frett Architekten BDA mit der Sophia Akademie statt. Auf der Einzelprojektebene wurden im Rahmen des partizipativen Ansatzes das Frühteam und das OGS-Team samt Trägerebene und nicht zuletzt auch die Kinder selbst stark in den Entwicklungsprozess eingebunden. Der lebendige Erfahrungsaustausch aus den Projekten auf Ebene der Stadt und den Beratern, sowie die durchgehende Beteiligung von Entscheidungsträgern sind hier besonders hervorzuheben. So konnten durchgehend ergebnisorientiert und oft abschließend diskutiert werden.

Mehrwert

Der von Anfang an kooperative Ansatz wirkt über die Einzelbausteine hinaus. Es zeigt, was gemeinsames partizipatives Handeln erreichen kann. Die Betrachtung auf Projekt- und Stadtebene ermöglicht auch kurzfristige Maßnahmen, ohne dabei der funktionalen und wirtschaftlichen Gesamtentwicklung hinderlich zu sein. Die Schulstandorte sind Impulse für die Entwicklung der einzelnen Stadtteile mit der Öffnung der Schulen in der Nachbarschaft. So werden z. Bsp. Schulhöfe, Sportplätze und Teile der Raumressourcen so geplant, dass diese außerhalb der Schulzeiten auch durch Dritte verwendet werden können auch die Schulen greifen auf die Nachbarschaft zu. Die Hauptprofiteure sind die Kinder, denn moderne Schulen bieten Ihnen den besten Start in ihr Leben und unsere Gesellschaft.

Besonderheit

Der Ansatz, nicht von einem Problem zum nächsten zu dem Denken, sondern mit allen Beteiligten einen gesamtheitlichen und vertieften Blick auf diese komplexen Herausforderungen zu nehmen, ist nicht die Regel im Planungs- und Beratungsalltag. Es hat von allen viel Offenheit und das Zulassen von alternativen Lösungen erfordert. Denn wenn man versteht, dass „alles verknüpft ist und alles Wirkung hat“, dann stehen sich zukunftsfähige und wirtschaftliche Rahmenbedingungen nicht gegenüber, sondern bedingen sich gegenseitig. Gute Schulen sind das Fundament einer demokratischen und nachhaltigen Gesellschaft, es ist also eine der wichtigsten Investitionen in unsere Zukunft.