Transformation Platensiedlung

3. Platz / Intelligente Nachverdichtung

Beschreibung

Der Entwurf für den Umbau der Platensiedlung in Frankfurt-Ginnheim sieht zunächst eine umfangreiche Verdichtung des nördlichen Teils der Siedlung vor. Die bestehenden Zeilenbauten werden mittels einer modular aufgebauten Holzkonstruktion von drei auf fünf Geschosse aufgestockt und um sechsgeschossige, quer zu den Zeilen angeordnete Kopfbauten ergänzt. Durch die veränderte Bebauungsstruktur und die architektonisch betonten Kopf- und Torbauten entstehen klar definierte Stadträume, die sich an der Typologie des großstädtischen Blocks orientieren. Bis 2023 werden insgesamt 681 neue Wohnungen realisiert, je zur Hälfte im geförderten Wohnungsbau und in freier Finanzierung.

Ziel

Durch Dachaufstockung mittels einer modular aufgebauten Holzkonstruktion sowie diversen Neubautypen sollen in der Platensiedlung 681 neue Wohnungen durch Nachverdichtung auf einer bereits erschlossenen Fläche geschaffen werden. Das Ziel lautete, den in der Siedlung vorhandenen Wohnraum insgesamt zu verdreifachen und gleichzeitig die Lebensqualität in der Siedlung zu erhöhen. Dementsprechend bestand das städtebauliche Ziel darin, die offenen Siedlungsräume neu zu definieren und brachliegende Grünflächen zu gemeinschaftlichen Höfen umzuwandeln, die Straßenräume neu zu fassen und im bisher monofunktionalen Quartier Flächen für Läden, Cafés, zwei Kitas usw. zu schaffen.

Herausforderungen

Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in unseren Großstädten und Ballungsräumen wächst. Alleine in Frankfurt am Main haben sich die Mieten seit dem Jahr 2008 um über 50 Prozent erhöht, die Wertsteigerungen von Immobilien liegen noch weit über diesem Wert. Die prosperierenden Städte stehen also vor der Herausforderung einer doppelten Innenentwicklung: Wie lässt sich der dringend benötigte bezahlbare Wohnraum schaffen und gleichzeitig die begrenzte Fläche besser nutzen? Im Besonderen lag die Herausforderung darin, die bestehenden Kasernenbauten mit einer leichten Holzkonstruktion aufzustocken, sodass sie statisch nicht ertüchtigt werden mussten – und zugleich die Baukosten durch serielle Vorfertigung niedrig zu halten.

Kooperationen

Im Vorfeld der Maßnahme wurden umfangreiche Beteiligungsverfahren mit einer professionellen Mediation durchgeführt, um die Bewohner zu informieren und die Akzeptanz der Transformation zu erhöhen. So konnte beispielsweise erreicht werden, dass die Bauarbeiten je Haus in weniger als drei Monaten abgeschlossen werden konnten – die Bestandsmieter konnten in ihren Wohnungen verbleiben Hiermit wurde auch durch das Baumanagement selbst ein wichtiger Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit und zum Erhalt einer intakten Nachbarschaft geleistet.

Mehrwert

Im Vordergrund steht die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum in erheblichem Umfang. Durch die Aufstockung und die ergänzenden Neubauten entstehen 681 neue, bezahlbare Wohnungen auf einer bereits erschlossenen Fläche. Davon sind 177 Wohneinheiten für Studierende reserviert. Das Projekt Platensiedlung leistet also einen wichtigen Beitrag für die langfristige Versorgung der Bevölkerung mit dringend benötigtem Wohnraum. Die Mischung von frei finanzierten und (im ersten und zweiten Förderweg) geförderten Mietwohnungen sowie Studierenden-Appartements ermöglicht eine vielfältige Nachbarschaft. Durch die kommunale Trägerschaft der ABG Frankfurt Holding kann zudem garantiert werden, dass der neu geschaffene Wohnraum dauerhaft bezahlbar bleibt.

Besonderheit

Das Gesamtvorhaben der Sanierung und Transformation der Platensiedlung zeigt modellhaft, welche Potenziale in der Aktivierung brachliegender Siedlungsflächen der Nachkriegszeit liegen. Die Kombination von architektonisch-städtebaulichen Strategien zur Aktivierung von Außenräumen und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle Schichten machen den Umbau der Platensiedlung zu einem Musterprojekt nachhaltiger Stadtentwicklung.