Quartiersentwicklung im Nachbarschaftsdialog, Düsseldorf

Bewerbung / kommunikative Stadtgestaltung

Beschreibung

Das B8 Center in Düsseldorf ist ein Fachmarktzentrum mit Läden des täglichen Bedarfs und orientiert sich an den Bedürfnissen des Autoverkehrs. Teilweise großflächiger Leerstand der Ladenlokale sowie eine fast 100%ige Flächenversiegelung machen das Center unattraktiv. Gemeinsam mit der Bevölkerung in Flingern wurde im kooperativen Planverfahren mit dem Arbeitstitel „GemeinschaftsWerk Flingern! Gemeinsam Neues Schaffen!" ein lebendiges, gemischt-genutztes Quartier mit dem Namen „Grüne Mitte“ entworfen. Das GWF ist aus der Planwerkstatt 378 entstanden, die das im Bau befindliche Nachbarprojekt gemeinsam mit Cube gestaltet hat. Der Entwurf sieht eine große, weder über- noch unterbaute parkähnliche Grünfläche sowie einen spektakulären Hochpunkt „Two Cubes“ vor.

Ziel

Cube Real Estate plant Quartiere, in denen sich Menschen wohlfühlen und die sich in die Nachbarschaft einfügen. Unser Ziel der intensiven Nachbarschaftsbeteiligung war es vor allem, die Menschen abzuholen und ihnen die Möglichkeit zu geben, dieses Projekt mitzugestalten. Einen gesellschaftlichen Konsens über die Zukunft des Geländes zu erzielen, war die wichtigste Voraussetzung, um eines Tages einen Bauantrag stellen zu können, der fachlich und politisch auf breite Zustimmung stoßen wird. Gleichzeitig war es für uns entscheidend, deutlich zu machen, dass bei aller Kreativität und Gestaltungsfreiheit zwar auch unsere wirtschaftlichen und städtebaulichen Ansprüche zu berücksichtigen sind, diese aber keinen Widerspruch zum idealen Nutzungsmix für die Gesellschaft darstellen.

Herausforderungen

Im ehemaligen Industrie-Stadtteil Flingern steht in der Nachbarschaft der Mensch im Mittelpunkt. Neuen Projekten wurde in der Vergangenheit daher von der Nachbarschaft oft mit Misstrauen begegnet. So kam es, dass wir die Planung unseres Projekts zu einem besonders frühen Zeitpunkt mit der Nachbarschaft und interessierten Stakeholdern entwickelt haben, um eine langfristige Akzeptanz des Vorhabens sicherzustellen. Durch die Wahl des Beteiligungsverfahrens wird kontinuierlich sichergestellt, dass die Wünsche und Ziele aller Beteiligten zu einem optimalen Kompromiss führen. Die Herausforderung war dabei ganz klar, die Wirtschaftlichkeit des Projekts für die Investoren mit den Bedürfnissen der sozialen Struktur der Nachbarschaft in Einklang zu bringen und einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Kooperationen

Um den komplexen Anforderungen an das Areal gerecht zu werden, erarbeitete das international renommierte Planungsteam eine zukunftsfähige und qualitätsvolle Neuplanung - in enger Zusammenarbeit mit Bürger*innen, Eigentümerin, Stadtverwaltung und Planer*innen sowie unter ständiger Einbindung der Politik. In Kreativteams wurden Themenschwerpunkte wie Städtebau, Architektur, Leben im Quartier, aber auch Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Mobilität erörtert, um den größtmöglichen Mehrwert zu erzielen. Alle Beteiligten profitieren von der Ortskenntnis, der Expertise und der intensiven Beteiligung der Gesellschaft. Partner unter anderem: Ein bunt gemischtes Empfehlungsgremium, das Stadtplanungsamt Düsseldorf, Ulrich Hartung, MVRDV, Lola Landscapes und die Nachbarschaft der Kiefernstraße.

Mehrwert

Durch die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung entsteht ein grünes und bunt durchmischtes Quartier, das sich positiv auf die Umgebung auswirkt. Insgesamt werden ca. 60.000 m² BGF geplant, davon ist ein hoher Anteil an Wohnnutzung mit einem differenzierten Wohnungsmix vorgesehen: Rund 50% der Wohnungen werden gefördert sein und stellen so eine heterogene Bewohnerstruktur sicher. Um das Quartier auch tagsüber zu beleben, sieht die weitere Nutzung Büroflächen, eine KiTa und Einzelhandel vor. Die „Grüne Mitte“ ist geprägt durch einen hohen Anteil an Grünflächen. Die erhebliche Verringerung des Versiegelungsanteils um 50% bewirkt eine positive klimatische Veränderung. Ein Mobilitätskonzept mit einem Car- und Bike-Sharing-Angebot ist auch für Nachbarquartiere zugänglich.

Besonderheit

Das freiwillige kooperative Planverfahren mit dem GemeinschaftsWerk Flingern (GWF) ist erstmalig in Düsseldorf und wegweisend für kommende Beteiligungsverfahren, da es aus der Planwerkstatt 378 perfektioniert weiterentwickelt wurde, um den höchsten Grad an Mitbestimmung für die Gesellschaft sicherzustellen: Cube konnte durch die neue Art des Beteiligungsverfahrens sowohl Stadtgesellschaft als auch Nachbarschaft außerordentlich intensiv einbinden. Die Zufriedenheit und langfristige Akzeptanz des Vorhabens der multikulturellen Nachbarschaft wurde somit gefördert. In diversen Branchenforen, Kongressen, etc. wird über die Verfahrensart- und -weise seitens der Stakeholder (u.a. der Stadtverwaltung Düsseldorf) berichtet. Insgesamt ist der Bekanntheitsgrad des GWF innerhalb der Branche sehr hoch.