Neubau für das Department Geo- und Umweltwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie die Staatl. Naturwissenschaftliche Sammlung Bayerns

Nominierung / Intelligente Nachverdichtung

Beschreibung

Der Neubau vereint zuvor in München getrennte Institute und Sammlungen und bildet einen Campusstandort, der sich architektonisch wie wissenschaftlich zur Stadt öffnet. Das mäanderförmige Gebäude bildet einen synergetischen Standort mit selbstbewusster Außenwirkung. Im Zentrum des trapezartig gefalteten Baukörpers erhebt sich das „Schaufenster der Wissenschaften“ und gewährt Einblick in die öffentlich zugängliche Ausstellungshalle. Im Sinne identitätsstiftender Nachverdichtung schließt der Neubau den Blockrand, schafft aber durch den Fassaden-Rücksprung einen urbanen Platz für Gastronomie- und Freizeitzwecke. Zu den bestehenden Institutsgebäuden tritt er in symbiotische Verbindung, ohne mimetisch zu werden. Der rötliche Naturstein unterstreicht die skulpturale Wirkung des Baukörpers.

Ziel

In der dichten Münchner Innenstadt geht die Konzentration verschiedener Institute und Sammlungen mit der Gestaltung einer neuen stadteräumlichen Struktur einher. Der Neubau öffnet sich zu dem entstehenden Vorplatz und tritt in Verbindung zu den bestehenden Institutsgebäuden. Die hohe Aufenthaltsqualität und der einladende Charakter des Gebäude/Platzensembles dienen der Unterstützung des Wissenschaftsstandorts, der sich somit kommunikativ im Stadtraum verortet und identitätsstiftende Impulse freisetzt. Aus der Blockrandbebauung entwickelt, öffnet sich der mäanderförmige Baukörper sowohl zum Vorplatz als auch zu den angrenzenden Institutsgebäuden. Zudem schließt er sich an bestehende Grünzonen an und generiert einen terrassenförmigen, begrünten Innenhof für die Mitarbeiter und Besucher.

Herausforderungen

Das zuvor auf drei Standorte verteilte Department der Geo- und Umweltwissenschaften wird in einem Gebäude konzentriert und mit den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns unter einem Dach vereint. Der Neubau ist eine Reaktion auf das kontinuierliche Wachstum der Ludwig-Maximilians-Universität München in den letzten Jahrzehnten und der damit einhergehenden Raumnot. Die entlang der Schillerstraße angeordneten Gebäudeflügel sind versetzt angeordnet, so dass im historischen Zentrum Münchens ein das urbane Umfeld bereichernder Vorplatz entsteht. Zudem bildet ein terrassenartiger Übergang eine Verbindung zu den Bestandsgebäuden. Die gläserne, sich über die gesamte Höhe des Gebäudes erstreckende Glasfront unterstreicht den identitätsstiftenden Charakter des Wissenschaftsstandorts.

Kooperationen

Während der bisherigen Planungs- und zukünftigen Ausführungszeit wird die Zusammenarbeit zuverlässig und kompetent im intensiven und konstruktiven Austausch mit allen Beteiligten am Bau, in der Planung sowie dem Bauherrn erfolgen. Der Fokus hierbei ist es, Lösungen zu finden, die dem gemeinsamen Ziel entsprechen und dem Nutzer Mehrwert bringen.

Mehrwert

Der Mehrwert wird in zwei Bereichen manifest. Für das Department der Geo- und Umweltwissenschaften der LMU sowie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns entsteht ein Campus mit modernsten Forschungs- und Arbeitsplätzen. Zu den alten Institutsgebäuden erfolgt über ein System von Wegen und Terrassen eine Anbindung, so dass diese vom neuen Standortkonzept profitieren und zudem eine begrünte gemeinsame Aufenthaltszone erhalten. Gleichzeitig trägt der Neubau durch sein auf Kommunikation und Transparenz ausgerichtetes Konzept zur öffentlichen Wahrnehmung des Standorts bei. In der öffentlich zugänglichen Ausstellungshalle fließen Stadtraum, universitärer Bereich und wissenschaftliche Sammlung zusammen, auch die vorgelagerte Gastronomie unterstreicht den einladenden Charakter.

Besonderheit

Im Zentrum des markant geformten Baukörpers steht das öffentlich zugängliche Foyer, eine glasüberdachte Ausstellungshalle, von der aus man direkt in die Labore sehen kann. Dieses „Schaufenster der Wissenschaft“ verdeutlicht den auf Außenwirkung ausgerichteten Ansatz des Projekts, das die öffentliche Wahrnehmung der Geo- und Umweltwissenschaften durch seinen kommunikativen Ansatz aus der universitären Nische in die Mitte der Gesellschaft rückt. Den Mitarbeitern wird zugleich ein attraktiver und innovativer Standort in Münchens Innenstadt geboten, der neben der öffentlichen Ausstellungshalle Büros, Labore, Werkstätten und Magazine umfasst. Die Verknüpfung unterschiedlicher Funktionen von Wissenschaft, öffentlicher Bildung, Verwaltung und Gastronomie ist Alleinstellungsmerkmal des Neubaus.