Kranbauten Mitte Altona

Nominierung / Intelligente Nachverdichtung

Beschreibung

Das hochbauliche Konzept der Kranbauten ergibt sich aus dem Wettbewerbsgewinn des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerbs mit Ideenteilen Mitte Altona im Jahr 2010. Die Kranbauten wurden in diesem Zusammenhang mit den zu erhaltenden Bestandsgebäudeteilen der denkmalgeschützten Güterhallen als städtebaulicher Realisierungsteil prämiert. Im östlichen Teil des Güterbahnhofs wird eine Verwebung von Alt und Neu geschaffen. Die ehemaligen Gleishallen mit dem Verladehof verzahnen sich dabei mit der Wohnstruktur der Kranbauten. Dabei geben die beiden äußeren der sechs Neubauten einen klaren Rahmen vor. Die inneren Gebäudekörper hingegen docken an die Hallen an und kragen über sie hinaus.

Ziel

Die Verbindung von Alt und Neu, historischem Bestand und modernem Städtebau, bildet den Charakter der städtebaulichen Entwicklung der Mitte Altona. Die Kranbauten setzen diesen Gedanken hochbaulich fort. Die bauliche Anbindung und Überkragung der Kranbauten als moderne Architektur an und über die denkmalgeschützten Osthallen steht so stellvertretend für die Verbindung von Alt und Neu. Die historische Klinkerfassade der Osthallen bildet den Abschluss der privaten Höfe, welche sich zwischen den Kranbauten ergeben und schaffen so ein räumliches Zusammenspiel aus historischen und modernen Bauwerken.

Herausforderungen

Der Erhalt von historischen Güterhallen durch respektvolle und dennoch architektonisch interessante Nachverdichtung im urbanen Kontext. Darüber hinaus bleibt die Historie des Verladehofs mit den Güterhallen erhalten und wird um Einzelhandels- und Versorgungsnutzungen ergänzt. In der Nachkriegszeit dienten die Güterhallen ebenfalls der Versorgung, so wurden an der Stelle des Verladebahnhofs Nahrungsmittel für den Stadtteil Altona verladen.

Kooperationen

Die Planung und Umsetzung der Kranbauten als komplexes Gebäude im urbanen Kontext unter Erhalt der historischen Hallen war nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit aller Projektbeteiligter, besonders dem Auftraggeber Aurelis sowie der beteiligten Fachplaner u.a. dem Freiraumplanungsbüro arbos Freiraumplanung, Hamburg und der Tragwerksplanung durch das Büro WETZEL & von SEHT, Hamburg, möglich. Nicht zuletzt das Anbauen und Überbauen der denkmalgeschützten Hallen hat eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Behörden gefordert und befördert.

Mehrwert

Als eines der historischen Baudenkmäler des Quartiers Mitte Altona dient der Güterbahnhof neben der Kleiderkasse und dem Wasserturm als Ankerpunkt im Park. Die Güterhallen mit den überkragenden Kranbauten bereichern, durch neue Nutzungen belebt, das Ensemble sowie das öffentliche Leben im Park. Das Ensemble behält seine solitäre Wirkung und stiftet Identität und Wiedererkennungswerte für die Mitte Altona.

Besonderheit

Die Überkragung der historischen Osthallen ermöglicht die Schaffung von Wohnraum mit einer sehr geringen zusätzlichen Versiegelung von wertvollen Flächen und schafft im Zusammenspiel einen hohen architektonischen Mehrwert für beide Bauwerke.