Hotel am Erzbergerufer, Bonn

Bewerbung / Reaktivierte Zentren

Beschreibung

Anstelle eines Leerstandsgebäudes und eines ehemaligen Luftschutzbunkers entsteht neben der Beethovenhalle in Bonn mehr als nur ein Hotel. Es entsteht ein Kulturstandort und Treffpunkt für Gäste UND für Bonner, der durch die konzeptionelle Integration des Themas Musik Beethovens 250. Geburtstag im Jahr 2020 Tribut zollt: ein perfekter Dreiklang aus Hotel, Gastronomie und Veranstaltungskonzept. Mit prizeotel wurde ein Mieter gefunden, der sich mit dem Landmarken-Konzept identifiziert, das weit über das Übernachten in 214 Zimmern hinausgeht. Es umfasst nicht nur ein Hotel, sondern auch eine Rooftop Bar mit Weitblick sowie für Kulturveranstaltungen das Foyer und eine als Stadtbühne konzipierte Terrasse. Dafür hat prizeotel ein individuell auf Bonn bezogenes Dreisterne-Konzept entwickelt.

Ziel

Der städtebauliche Wettbewerb, aus dem wir als Sieger hervorgegangen sind, forderte lediglich eine Hotelnutzung. Wir jedoch hatten von Anfang an das Ziel, das schönste und inspirierendste Gebäude zu entwickeln, das mehr als nur die Anforderung an ein Hotel in prominenter Lage befriedigt: einen Ort für Gäste, aber auch für die Bonner selbst zu schaffen – einen Treffpunkt zum Verweilen und Genießen, dessen Terrasse im Sommer zur Stadtbühne wird und Raum für kulturelle Darbietungen wie Open-Air-Kino und Konzerte schafft und die Musikmeile von Oper und Beethovenhalle um einen weiteren Baustein erweitert. Neben der Stadtbühne schafft auch das großzügige Foyer solchen Raum. Ebenfalls gemeinsam bespielt von Hotelier und Gastronom, ermöglicht es kleine Konzerte, Lesungen und andere Aufführungen.

Herausforderungen

Die Herausforderung des alten Luftschutzbunkers war immens: Der Rückbau-Umfang wurde bereits im Wettbewerb mit dem Abbruchunternehmen erarbeitet – so wurden schon bei ersten Besichtigungen der Bestandsgebäude räumliche Festlegungen zum Teilrückbau getroffen, die in die architektonische Planung übernommen und zu einem effizienten Raumkonzept umgesetzt wurden: Die ehemalige Bunkersohle bildet die Tiefgarage, eine neue Bunkerebene ermöglicht Nebenflächen für Hotel und Gastronomie. Das Problem, dass Bonns Zentrum kaum attraktive Zugänge zum Rhein hat, wird durch geschickte Laufwegeführung ebenfalls gelöst. Nach der Absage des geplanten Neubaus der Beethovenhalle schafft das Hotel mit seinen vielen Funktionen im Beethovenjahr die gewünschte Veränderung und Imageverbesserung dieses Standorts.

Kooperationen

Bereits im Wettbewerb wurde neben den Planern auch das Bauunternehmen eingebunden. Das Landmarken-Team hat so frühzeitig das Zusammenspiel von konzeptioneller Entwicklung und Planungssicherheit für den Bau koordiniert. Bedingt durch die Komplexität des Bunkers wurde auch das Abbruchunternehmen früh beteiligt, um zur Gesamtlösung des Bunker-Teilabbruchs mitzuwirken. Exzellent war die Zusammenarbeit des Teams aus Landmarken AG und kadawittfeldarchitektur bei der Entwicklung des besonderen Konzepts aus Hotel, Gastronomie und Stadtbühne einerseits und der Einbindung in die Umgebung andererseits. Frühzeitig involviert haben sich auch der Mieter prizeotel und sein New Yorker Stardesigner Karim Rashid. Mit der Stadt Bonn steht das Team im fortwährenden, partnerschaftlich-konstruktiven Austausch.

Mehrwert

War im Wettbewerb lediglich ein 3***-Hotel gefordert, so betreiben wir am Standort eine wesentliche Stadtreparatur und geben insbesondere den Bonnern ein Stück Stadt am Rhein zurück. Die große Terrasse mit Blick auf den Fluss, die im Sommer von den Betreibern der Gastronomie und des Hotels gemeinsam als kulturelle Stadtbühne bespielt wird, ist eine absolute Rarität in Bonn. Zusätzlicher Raum auf Privatgrund wird der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, was die hohe soziokulturelle Qualität unterstreicht. Besucher der Beethovenhalle bekommen endlich die Möglichkeit, nach dem Konzert noch zu verweilen und einen Cocktail mit Rheinblick in der Rooftopbar zu genießen. Der Teilerhalt des Bunkers reduziert das Baustoffvolumen, große Teile des Bunkers werden recycelt und Bauabfälle minimiert.

Besonderheit

Dass ein Budget-Hotelbetreiber eine Rooftop-Bar betreibt, ist an sich schon ungewöhnlich. Absolut außergewöhnlich ist jedoch, dass sich prizeotel auf 25 Jahre verpflichtet hat, unserem Konzept folgend diesen Ort als Kulturstandort zu etablieren und sich auf eine Kooperation mit dem externen Gastronomiebetreiber zu verpflichten. Auf unser Betreiben hin hat Star-Designer Karim Rashid das Thema Musik sogar in das eigens von prizeotel für Bonn entwickelte 3***-Konzept einfließen lassen. So ist Musik fester Bestandteil des Gebäudekonzepts, bei dem das Innere des Hotels die äußere Topografie aufnimmt und das Gebäude so zu einem Teil der Stadtlandschaft werden lässt. Innen und außen fließen ineinander, der Stadtraum wird in das Gebäude gezogen und bis zum Rhein fortgeführt.