ecovillage Hannover-Kronsberg

Bewerbung / Soziale Quartiersentwicklung

Beschreibung

Nach dem Leitbild der Suffizienz und basierend auf den Grundwerten „gemeinschaftlich, bezahlbar, nachhaltig, genügsam“ sollen im Ecovillage bis ca. 2027 ca. 500 kleine Wohnungen sowie Kleingewerbe und Gemeinschaftseinrichtungen plus Stellplätze für 70 private mobile Tinyhäuser entstehen. Der Masterplan gliedert das Quartier in 13 Wohnhöfe, eingebettet in einen großzügigen Freiraum. Die Vision: Viel gemeinschaftliches Leben mit einem möglichst geringen ökologischen Fußabdruck und mit einem hohen sozialen Standard. Im „Tiny-Living“-Quartier werden die Vorteile einer Großstadt mit denen eines Dorfes verknüpft. Von zentraler Bedeutung ist die umfassende Beteiligung der zukünftigen Bewohner:innen am Planungs- und Bauprozess (Eigenleistung);siehe auch Kap. "Besonderheit".

Ziel

Ziel 1: Gleichzeitig nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum auf einem gut erschlossenen Grundstück am Rande einer Großstadt; Ziel 2: Suffizientes Leben mit folgenden Stichworten: kleine Privatwohnungen mit viel Gemeinschaftsnutzungen, vollständige Klimaneutralität (Strom, Wärme, E-Mobilität) , gesunde Lebensmittel, Inklusion, Generationensolidarität, Tausch- und Leihsysteme, autofrei. Ziel 3: Minimierung des "grauen" Energieaufwandes beim Bauen durch maximalen Holzbau und ökologische Baustoffe; Ziel 4: Maximale Planungs- und Baubeteiligung (Eigenleistung) der zukünftigen Bewohner:innen Seit Start des Projektes in 2019 haben mehr als 200 Personen in ca. 15 Arbeitsgruppen intensiv an der Planung mitgewirkt.

Herausforderungen

1) Möglichst weitgehende Beteiligung beim und Integration der zukünftigen Bewohner:innen in den professionellen Planungs- und Bauprozess (einschl. Baueigenleistungen). 2) Realisierung eines hohen ökologischen und sozialen Standards bei sozialverträglichen Mieten (40 % öffentlich geförderte Wohnungen mit Mietobergrenzen 6,50 bis 7,50 €/m² plus 60 % freifinanzierte Wohnungen hoffentlich für nicht mehr als 11,50 €/m² (aktuelle Kalkulation; Preissteigerungen durch aktuelle Krise noch nicht absehbar).

Kooperationen

Grundstückseigentümer und Bauherr ist die für das Projekt gegründete Wohnungsgenossenschaft ecovillage hannover eG. Für die gewerblichen Bereiche (Energieversorgung, IT-Netz, Gästehaus, Co-Working-Büros, später Dorfladen) wurde die Ecotopia Dienstleistungsgenossenschaft eG gegründet, Die sozialen, kulturellen und Bildungsprojekte betreut der dafür gegründete gemeinnützige Verein dorfleben ecovillage e.V.. Die Amsel Kollektiv GbR betreute den städtebaulichen Wettbewerb ("Wunschbuchprozess, internationale Wettbewerbsausschreibung, Vorprüfung der Entwürfe) und stimmt die Wünsche der zukünftigen Bewohner:innen mit der Planung der Architekturbüros ab.

Mehrwert

Vom Projekt sollen besonders profitieren: 1) Andere Projekte insbesondere vom Aspekt, dass hier nicht Bewohner:innen in ein Neubauquartier einziehen, sondern von Anfang an am Planungsprozess beteiligt sind. U.a. hat nicht eine Fachjury über den städtebaulichen Wettbewerb entschieden, sondern sie hat nur drei aus ihrer Sicht besonders geeignete Masterpläne vorausgewählt und alle Genossenschaftsmitglieder haben in einem aufwändigen Prozess über den final umzusetzenden Entwurf entschieden. 2) Beschäftigungslose zukünftige Bewohner:innen insbesondere aus prekären Verhältnissen werden in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer in Bauberufen, u.a. im Bereich Energieanlagentechnik soweit qualifiziert, dass sie danach in reguläre Ausbildungsverhältnisse wechseln können.

Besonderheit

Das Projekt ist in seiner Größe und Komplexität unter drei Gesichtspunkten unseres Wissens in Europa einmalig: 1) Während in anderen Quartieren die Bewohner:innen in fertiggestellte Häuser einziehen, sind sie im ecovillage von Anfang an umfassend am Planungs- und Bauprozess beteiligt. 2) Während ökologisch aufwändige Gebäudekomplexe meist "besserverdienende Schichten" ansprechen, ist die Zielgruppe von ecovillage die ganze Breite der Bevölkerung. 2) Die vollständige Klimaneutralität im Strom-, Wärme und E-Mobilitätsbereich durch im Quartier installierte PV-Anlagen und Erdwärmenutzung im Kombination mit vollständiger Holzmodulbauweise (einschl. Aufzugsschächte!) ist nicht einmalig, aber in seiner Größe modellhaft.