Ebertplatz Freitreppe, Köln

Bewerbung / Impulsgebende Phase Null

Beschreibung

Mit der Freitreppe wird der Ebertplatz enger an das Eigelsteinquartier angebunden, das zuvor nur vermittels einer Unterführung erreichbar war. Gleichzeitig werden auf der Freitreppe Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen. Die Freitreppe ist damit zu einem Ort geworden, an dem man sich gerne trifft, verweilt und an dem Veranstaltungen stattfinden. Mit der Freitreppe möchten wir einen Impuls zur langfristigen Umgestaltung des Platzes im Rahmen des Zwischennutzungsprojektes „Unser Ebertplatz“ geben und den Platz aktuell beleben. Das Projekt erfolgt in enger Abstimmung mit Zwischennutzenden, Interessierten sowie dem Kulturamt der Stadt Köln und weiteren Ämtern. Mit öffentlichen Präsentationen und Ausstellungen sowie der Erprobung der Freitreppe wird die Öffentlichkeit in das Projekt einbezogen.

Ziel

Mit der Freitreppe möchten wir im Rahmen des Zwischennutzungsprojektes „Unser Ebertplatz“ zusammen mit allen Beteiligten aus der Stadtgesellschaft einen Impuls für die zukünftige Umgestaltung des Platzes geben - als Reallabor der Zwischennutzung bildet sie in der Planungsphase 0 eine Grundlage für den Wettbewerb zur langfristigen Umgestaltung des Platzes. Gleichzeitig ist es das Ziel, mit der Freitreppe aktuell dazu beizutragen, den Ebertplatz zu einem belebten öffentlichen Platz für Alle aus der Stadtgesellschaft zu machen – mit der Anbindung des Platzes an die Straßenebene und das Eigelsteinquartier, der Reduktion der dunklen Unterführungen, die als Angsträume gelten, und der Schaffung von Orten zum Verweilen und für vielfältige Veranstaltungen.

Herausforderungen

Die Auseinandersetzung mit dem Ebertplatz besitzt eine große Bedeutung für die größte Stadt in NRW. Nur wenige Orte in Köln werden bereits so lange diskutiert. Nur wenige Orte sind mit so vielen Erwartungen und Kontroversen verbunden. Der Umgang mit diesem Stadtraum zeigt exemplarisch und fokussiert die Komplexität von Stadtraumentwicklung und bildet gleichzeitig den kommunalen Status Quo zu Einbindung bürgerlichen Engagements, Planung und kommunalen Auflagen ab. Für das Studierendenprojekt war es daher eine Herausforderung, angesichts von kontroversen und diversen Erwartungen einen partizipativen Prozess zu gestalten, der zu einem Konsens führt. Zudem mussten alle Hürden der Auflagen und Abstimmungen mit zehn beteiligten Ämtern genommen werden. Beides gelang.

Kooperationen

Das Projekt startete im Herbst 2021 in Kooperation mit Brunnen e.V. (Zusammenschluss der Kunsträume in der Ebertplatzpassage) und Baukultur NRW sowie in Abstimmung mit der Zwischennutzung “Unser Ebertplatz“, dem Kultur- und Stadtplanungsamt der Stadt Köln. Im weiteren Planungsprozess arbeiteten wir zudem mit dem Bürgerverein Kölner Eigelstein e.V., der Alten Feuerwache Köln, dem Arbeitskreis „Barrierefreies Köln“ und dem BDA Köln zusammen sowie mit allen beteiligten Ämtern. Bei der Realisierung unterstützte uns die Zimmerei Nische, Werkstatt Global, das Büro Pirlet & Partner, Step Verkehrssicherung sowie viele weitere. Wir freuen uns, dass die Zusammenarbeit mit allen sehr gut und fruchtbar war.

Mehrwert

Ein großer Teil des Studierendenprojekts war der Partizipationsprozess mit allen, die sich näher mit dem Ebertplatz beschäftigen - von Interessierten über Vereine bis zu Ämtern und der Polizei. Im Projekt gelang die Abstimmung mit allen Beteiligten, die zum Teil zuvor nicht zusammen an einem Tisch gesessen hatten. Alle gemeinsam unterstützen jetzt das Konzept der Studierenden zur Weiterentwicklung des Ebertplatzes – und werden weiter zusammenarbeiten. Für die Studierenden war das Projekt eine wertvolle Erfahrung, nicht zuletzt für zukünftige Projekte. Für Baukultur Nordrhein-Westfalen hat das Projekt überdies Vorbildcharakter. Von ihr wird es unterstützt und mit dem Ziel publiziert, zu weiteren Lehr- und bürgerschaftlichen Projekten in der Phase 0 zu inspirieren und Mut zu machen.

Besonderheit

Vom Stadtplanungsamt der Stadt Köln und einigen Akteuren wurde lange ein Abriss der Ebertplatzpassage mit Neubau des Platzes favorisiert. Aspekte der Nachhaltigkeit und des baukulturellen Erbes waren in unserem Projekt wichtige Themen der Untersuchung. Von den Studierenden wurde entsprechend ein Konzept entwickelt, das mit dem Erhalt der Passage neue Perspektiven auf den Platz eröffnet und für mehr Belebung und Aufenthaltsqualität sorgt. Die Aspekte der Erhaltung spielten im gesamten Partizipationsprozess eine Rolle, abschließend sprach sich die überwiegende Mehrheit der Beteiligten für eine Weiterentwicklung des Platzbestandes mit einer Freitreppe zum Eigelstein aus. Der Impuls der Studierenden wird in die Planungsphase 0 und die Vorbereitung des Wettbewerbs einfließen.